07.09.2009

Oldschool Techno - 20 Jahre Techno

Definition Oldschool Techno: Oldschool Techno bezeichnet die Gründerzeit innerhalb der Ära der elektronischen Musikrichtung Techno. Eines der stilbildenden "Epizentren" für die Ausbreitung des Techno-Sounds war in dieser Zeit Frankfurt am Main. Zu den legendären Clubs zählten beispielsweise das Omen und das Dorian Gray. Der Techno-Club im Dorian Gray, Frankfurt/M. brachte in dieser Zeit sogar einen eigenen Style im EBM-Bereich hervor "Aggrepo-Musik". Multiplikatoren wie die legendäre Radio-DJ Sendung HR3-Clubnight sorgten für eine einzigartige Techno-Kultur, die weltweit unter dem Pseudonym "Sound of Frankfurt" für eine musikalische Revolution sorgte und viele Oldschool Techno Klassiker hervorbrachte.

Der Oldschool Techno Blog befasst sich mit den Anfangsjahren des Techno 1989-1993. Techno feiert 2009 ein Jubiläum. In diesem Jahr wird nicht nur das rocklastige von den Medien begeistert aufgenommene "40 Jahre Woodstock" gefeiert, sondern eher unbeachtet von der Öffentlichkeit auch "der Jahrestag" für die letzte große Musikbewegung: Techno. Zwar gab es auch schon vor 1989 technoide Musik, aber erst 1989 wurde aus der Musik, eine Musik- und Jugendbewegung mit globalen Ausmaß. Wichtige Impulsgeber und musikalische Pioniere kamen aus dem Großraum Rhein-Main. 1989 entstanden in Frankfurt/M. die ersten Dancefloor und Techno-Magazine Groove und Frontpage. Ein jahr später startete die legendäre Hr3 Clubnight und die Musiksendung RPR 1 Maximal.

Was wir heute als Oldschool Techno bezeichnen, fand 1989 seinen Ursprung und kochte bis 1993 auf seinen Siedepunkt zu. In diesen fünf Jahren wurden die bis heute wohl populärsten Techno-Musiktitel verbreitet. In diesen Jahren war Techno auf dem Höhepunkt: in keiner Zeit waren die Clubs voller, die Musik kommerziell erfolgreicher und die Masse an guten DJ´s höher. Der Oldschool Techno Blog hat einen Schwerpunkt auf die Technobewegung im Rhein-Main-Gebiet. Der "Sound of Frankfurt" als Ausgangspunkt einer atemberaubenden Musik, die bis heute als Oldschool Techno große Massen begeistert. Tipp: Auf Radio 98eins wird in der Radiosendung Electronic Experience die Musikgeschichte des Techno/House aufgearbeitet siehe Sendung "20 Jahre Techno" Part I, v. 19. Juni 2009

Glossar: Oldschool Techno oder auch benannt als Oldskool-Techno steht für die avantgardistische Zeit der Anfänge der Techno-Kultur. Hier wurden die Grundlagen geschaffen. Ein unverwechselbar kreativer und kompromissloser Sound für alle Liebhaber elektronischer Musik. Zur besseren Einordung, hier eine Übersicht der Entwicklungsstufen der Techno-Musik:
1989-1993 Oldschool Techno. Gründerzeit - die alte Schule des perfekten Sounds.
1994-1998 Pop-Techno. Techno ist populäre und kommerzielle Musikware für Massen. Aber nicht mehr nur die Musik steht im Vordergrund, sondern Drogen, die den ursprünglichen Spirit zerstören.
1999-2003 Post-Techno. Techno hat sich Vervielfältigt in unendlich viele Styles und Zitate. Neben kommerziellen Projekten, etabliert sich auch wieder eine kleine Underground-Szene.
2004-2008 Digital-Techno. Im Zuge der neuen Medien ist Techno eine digital-kommerzialisierte, schnelllebige zersplitterte Ware des Musikmarktes.
2009- Retro-Techno?

15.07.2009

Oldschool Techno Print-Medien

Die wohl bekannteste Postille aus den Techno-Anfängen war die im Mai 1989 in Frankfurt/M. begründete, dann später in Berlin beheimate Frontpage. Als erstes Fanszine für elektronische Musik wurde die Frontpage in der Anfangszeit vom Techno-Club im Dorian Gray herausgegeben.
Ein weiteres Dancefloor-Mag das 1989 im Rhein-Main Gebiet startete und später auch nach Berlin ging, war die Groove. Bundesweit am Start war zu dieser Zeit die Network Press und berichtete übergreifend über die Dancefloor-Szene.

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11.05.2009

Oldschool Techno Geschichte

Jobkrise, aber auch Freiräume für eine neue Musik
In den achtziger Jahren musste die amerikanische Metropole Detroit einen weitreichenden Niedergang der Autoindustrie verkraften. Auch in Großbritannien gab es, in Städten wie Sheffield (aus dieser Stadt stammten schon die elektronischen Vorboten Heaven 17, Human League und Cabaret Voltaire) und Manchester, ein durch die Krise in der Montanindustrie ausgelöstes Fabrikensterben. In der Folge der wirtschaftlichen Umbrüche wurden viele Arbeiter beschäftigungslos und es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. Für einige Heranwachsenden wurde die Jobkrise zum Auslöser für kreative Aktivitäten und gestalterisches Schaffen. Die alten, nicht mehr benötigten Fabrikgelände dienten dabei oftmals als günstiges Quartier für ideenreiche Unternehmungen, oder wurden als Unterschlupf für Partys genutzt. Zum Output der Kreativität wurde des Sheffielder Warp-Label mit Gruppen wie Nightmares On Wax und LFO - Bleep House war geboren - im Juli 1990 sogar mit einem Charterfolg für LFO (Cover Flyer von der The Designers Republic). Die Acid-House-Bewegung wurd immer größer und populärer und immer mehr Menschen wurden in Großbritannien von Raves in den alten, sonst leer stehenden Fabrikhallen angezogen. Doch die etablierten Medien wie die BBC verweigerten sich der neuen Musikrichtung. Zu viele Drogen seien im Spiel hieß es und die Partyveranstaltungen, die die neue Musik spielten, seien nicht immer von den Behörden genehmigt. Illegale Radiostationen entstanden und sorgten für die Durchsetzung des neuen Sounds bei der Jugend. Auch auf Ibiza war der neue Sound längst angekommen und wurde durch einen massentauglichen House-Sound ersetzt. Junge englische Urlauber nahmen die neue Musik auf und es dauerte nicht lange, bis Manchester zur kreativen House-Hochburg wurde.

Deutschland feiert seinen eigenen Stil
Auch in Deutschland gab es in den achtziger Jahren einen jobvernichtenden Strukturwandel. Doch die leer stehenden Fabrikhallen wurden nur selten als Partylocation genutzt. Stattdessen setzte sich ein anderer Trend durch: Großraumdiskotheken. Diese entstanden überwiegend auf der grünen Wiese, in leerstehende Gewerbehallen oder Discotheken-Neubauten. Ein Trend der über den Teich kam. Wie in den USA schaufelte man auch hier Städter und Umlandbewohner auf die, mit ausreichend Parkplätzen gesegnete, „grüne Wiese“. „Erlebnisgastronomie“ war das neue konzeptionelle Zauberwort für die Großraumdiskotheken. Nicht mehr die Musik und das tanzen von Disco-Fox, sondern die vielfältige Unterhaltung, das „Event“, sollten die Massen anziehen. Mit immer aufwendigeren Laser-Shows, immer mehr Tanzflächen und anderen Vergnügungsstationen wie Swimming-Pool und Kino, wuchsen die neuen Vergnügungstempel auf immer mehr Quadratmeter. Auch in diesen neuartigen Disco-Tempeln wurde ab und an Acid gespielt – doch als massentauglicher Sound konnte sich dieser exzentrische Musikstil nicht durchsetzen. Im Untergrund reifte derweilen eine neue elektronische Musikrichtung, die geprägt durch Acid, Rave, House, Dance und EBM-Einflüsse langsam um die Welt schwappte: Techno. Eine neue elektronische Musikrichtung, die überwiegend durch musikalische Einflüsse aus Detroit („Detroit-Techno“) und Chicago („Chicago-House“) und dem EBM-geprägten Belgien („New Beat“) zu etwas eigenständigen heranreifte. Insbesondere bei experimentierfreudigen Protagonisten in Berlin und Frankfurt/M. stieß der neue Sound auf offene Ohren. In Berlin fiel 1989 die Mauer und in allgemeiner Feierlaune, Neugier auf Ost und West und massenhaften Locations und beruflichen Freiräumen kam die kreative Feiermusik wie gerufen. Insbesondere der 1989 eröffnete Hardwax-Plattenladen war Einkaufsstätte der DJ´s und beförderte Trends, wie Detroit-Techno, in Berlin. Eine eigenständige und vitale Techno-Szene mit legendären musikalischen Pionieren wie Westbam und DJ Dick und der Loveparade - der größten Musikparade der Welt, war in Berlin geboren.

Techno-Metropole Frankfurt am Main
Auf der anderen Seite Frankfurt am Main. Als Gerd Schüler und Michael Preisinger am 8. November 1978 das Dorian Gray im Frankfurter Flughafen eröffneten, deutete noch nicht alzuviel darauf hin, dass dieser Club "Die Mutter aller Großraumdiskotheken" und die Keimzelle für eine neue weltumspannende Musikbewegung werden würde. Mit der Eröffnung folgte das Gray seinem 1977 in New York eröffneten Vorbild „Studio 54“ einem wahren Tempel für eine hedonistische und extatische Disco-Bewegung. Bis dahin waren "Großraumdiskotheken" in Europa in dieser Form nicht bekannt. Auch wenn es die erste Discothek bereits 1959 in Deutschland gab - vieles spielte sich in kleinen Clubs und "Tanzsälen" ab. Es gab noch keine Gewerbegebiete mit "Fachmärkten" o.ä., die als Unterschlupf für eine Großraumdiskothek dienen konnten. Für die Macher war es also ein Glücksfall, dass die riesigen Mietflächen des Frankfurter Flughafens auch Platz für diese gigantische Form einer Disco boten. Zudem sprachen noch weitere Vorteile für diesen Standort - ein quasi kosmopolitischer, per Flieger erreichbarer Partyort und das Fehlen einer Sperrstunde - die es zu dieser Zeit noch in der Frankfurter City gab. Eine Großraumdiskothek wie das Dorian Gray bot die Möglichkeit eines völlig neuen Diskotheken-Konzeptes: Ein großer Saal für Mainstream-Musik und weitere Tanzflächen für musikalische Nischen. So konnte der Musik-Geschmack auf kleinere Einheiten herunter gebrochen werden. Gerade in diesen Nischen bot sich für die DJ´s die Möglichkeit neues auszuprobieren, zu experimentieren und die Musik in neue Kategorien einzuteilen. Begünstigt durch diese Entwicklung bildete sich Mitte bis Ende der achtziger Jahre ein breites Spektrum für Clubmusik die Einflüsse der belgischen New Beat Bewegung (Patrick de Meyer, Fonny de Wulf, Frank de Wulf), Chicago-House, Detroit-Techno, Acid uvm. schnell aufsaugte.

Oldschool Techno - Technische Innovationen für elektronische Musik
Gleichzeitig verbesserten sich, Mitte der achtziger bis Ende der achtiger Jahre, die technischen Möglichkeiten für die Produktion elektronischer Musik. Immer neue innovative Bands, insbesondere aus dem EBM-Bereich, traten aus dem Untergrund auf und wurden einem breiten Publikum bekannt. Das Dorian Gray erschuf durch seinen Protagonisten Talla 2 xlc mit "Techno" bereits 1984 den neuen Musik-Begriff und etablierte erstmals einen Club im Club - den "Technoclub" im Dorian Gray. Das "Gray" wurde nun schnell zum Mekka eines noch relativ kleinen Publikums das sich für elektronische Musik begeisterte. Gleichzeitig wurde die Nachfrage nach tanzbarer elektronischer Musik immer größer - doch der Musikmarkt dafür noch relativ klein. Die Protagonisten der elektronischen Musik - zumeist DJ´s und Musikproduzenten - schufen daher ihre eigenen Musiklabels für diese Musik. Zudem konnte im Rhein-Main-Gebiet ein eigener europaweit erfolgreicher Sound kreiert werden der "Sound of Frankfurt". Die Erfinder von SNAP Luca Anzilotti und Michael Münzing uva. profitierten dabei von den im Rhein-Main-Gebiet stationierten GI´s, die mit musikalischen Können Bandmitglieder in den Dance-Formationen wurden. Michael Münzing gehörte jedoch nicht nur zu den Machern von SNAP, sondern war auch Mitbesitzer des Omens. Mit Mitbesitzer und Spitzen-DJ und Produzent Sven Väth etablierte er mit dem Omen einen techno-orientierten Club, der Weltberühmtheit erlangte.

Oldschool Techno - Verbreitung eines einheitlicher Sounds in Frankfurt
Wie konnte sich in einem Gebiet zwischen Koblenz und Mannheim ein einheitlicher Sound herausbilden - in einer Zeit in der es noch keine Online-Medien, Foren und Communitys o.ä. gab? Mitte Mai 1990 erschuf HR 3 die Clubnight. Damit gaben die Macher eine Antwort auf die neu aufkommenden, jungen Radiosender, die im Zuge der Liberalisierung des Radiomarktes besonders auch im Südwesten der Republik sehr erfolgreich war. Mit der HR 3 Clubnight wurde ein einmaliges bundesweit innovatives Konzept etabliert, bei dem die erfolgreichsten DJ´s in Hessen, live in der Radiosendung auftraten. Auch der Privatsender RPR folgte mit einem starken Konzept und startet im Juni 1990 mit der Club-Radiosendung "Maximal". Durch diese Verbreitungskette entstand eine eigene Frankfurter Kategorie, ein eigener "Frankfurter Stil" der Technomusik. Die Top-DJ´s legten in den Radiosendungen ihre neuesten Lieblings-Vinylscheiben auf und bildeten mit ihrem Set ein "Pflichtprogramm" für DJ´s und Clubbesucher (die Montags nach der Radio-Sendung umgehend die neugespielten Maxi-Viyls in den Plattenläden orderten). Unterstützt wurde diese Community durch die im Rhein-Main-Gebiet entstandenen Technopostillen "Frontpage" und "Groove". Und auch die die Platten-Verlage nahmen den neuen Trend positiv auf. Dass im hessischen beheimatete ZYX-Label wurde zu einem der erfolgreichsten Techno-Verbreiter. Durch die breite der Techno-Kultur im Rhein-Main-Gebiet konnte eine Einheit aus Sound und Community entstehen, die in den Jahren 1989-1993 den Oldschool Techno in Frankfurt am Main prägte. So entstand ein gemeinsames Lebensgefühl einer ravenden Community fernab von VIP- und Modediktaten. Erst Ende 1993 überschatteten immer mehr negative Berichte über Drogenexzesse die Techno-Szene. Techno war zur Massenbewegung geworden. Kommerz und Drogen beendeten abrupt die euphorische Gründerphase der Techno-Bewegung.

FAQ: Wo finde ich Classic Oldschool Techno?

Wo gibt es die guten alten Techno-Scheiben noch zu hören und wo finde ich gleichgesinnte Musikliebhaber für Oldschool Techno? Viele Techno Classics Maxis findet man natürlich noch bei ebay. Ausserdem ganz gut sind die vielen Online-Vinyl-Mailorder. Insgesamt sind die Preise für Oldschool Techno Klassiker Vinylscheiben in den letzten Jahren angestiegen. Die Bestände auf den Second Hand Märkten werden dünner und viele haben ihre Sammelleidenschaft für die Vinyl-Scheiben wiederentdeckt. Einige Oldschool Techno Klassiker wie "Trust in 6 - Life in Ecstasy" erhält man mittlerweile, wenn überhaupt noch, für kaum unter 40,- Euro.

Ausführliche Infos zu den legendären Oldschool Techno Scheiben findet man im gigantischen Archiv von www.discogs.com Viele Techno-Tracks finden sich auf "you tube". Fast alle Top-DJ´s aus der Frühzeit des Techno betreiben eigene Seiten auf www.myspace.com Auf Wikipedia gibt es u.a. einen gesonderten Artikel z.B. zum Thema "Sound of Frankfurt" und zur Technokultur.

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Oldschool Techno DJ Torsten Fenslau

Das Dorian Gray ist am zum bersten gefüllt, die Tanzfläche flimmert, ein Strobo wabert über die Szenerie, ansonsten ist es stockdunkel und fast mystisch still, nur flüstern hört man und das obwohl fast 3.000 Menschen sich in den großen Club des Tanztempels gedrängelt haben und nun warten, warten dass es weiter geht, weiter mit der Musik. Mitten in dieser Szenerie wird ein Band eingelegt und man hört über die Lautsprecher ein klackern, als wenn jemand ein überdimensionales Musikband eingelegt hätte. Dann geht es los. Ein Paukenschlag, nein ein Donnern, einmal, zweimal, die Tanzfläche, nein das gesamte Dorian Gray hebt ab. Wie ein kalter Schauer mischt sich die Dunkelheit mit dem grauen Nebel und der gesamte Laden fängt an bombastisch zu vibrieren. Der Song Mr. Vain von Culture Beat erlebt an diesem 08.04.93, einem Ostern-Donnerstag zur Spring Rave-Party seine Premiere.

Die Gäste im Gray nicken, das muss es sein, das muss der Techno der Zukunft sein und dieser Song muss ein Hit werden. Und tatsächlich: Techno-Musik hat sich wieder selber übertroffen, weiter raus aus der Nische, Techno ist zu einer Jugendbewegung avanciert. Culture Beat ausgestattet mit einem Rapper und der Sängerin Tania Evans bleibt neun Wochen lang Spitzenreiter in den Deutschen Charts. Das gab es noch nie. Techno ist kein Untergrund mehr. Techno ist Pop. Techno ist In. Sehr In sogar. Was 1989 als undergroundiger Sound begann, ist fünf Jahre später zu einem Massenphänomen geworden. Culture Beat und der Song „Mr. Vain“ waren vielleicht ein letztes Ausrufezeichen. Denn viele Wegbereiter der Techno-Kultur hatten sich zu dieser Zeit schon von der Musik abgewendet. Zu schmerzhaft war die Entwicklung der letzten Jahre. Die eingeschworene Techno-Community wurde förmlich überrollt. Überrollt von einer Entwicklung die als Lehrstück für kommerzielle Auswüchse in der Musikindustrie herhalten kann. Für Musik und Partys sorgten jetzt nicht mehr die Mitstreiter der Techno-Community, sondern Eventmanager und gestrandete Musiker, die eine schnelle Mark machen wollten. Das Techno-Publikum musste sich nun die Tanzfläche mit Mode-Fans teilen und mit einem Publikum, das mehr auf Drogen als auf die Musik abfährt. Mr. Vain machte das Tor auf. Weiter auf als bisher. Der Kommerz war nicht mehr abwendbar. Doch Mr.Vain gab Hoffnung: Es gibt also auch gute kommerzielle Musik. Kommerz und Techno waren also doch möglich. Mussten sich nicht also zwangsläufig ausschließen. Aber die Techno-Szene täuschte sich. Die musikalische Qualität von "Mr. Vain" konnte nicht mehr erreicht werden. Der aus Darmstadt stammende Torsten Fenslau, starb wenige Monate später – auf dem Zenith seines Erfolges infolge eines tragischen Unfalls.

Euro-Dance war geboren, aber es konnte keine Symbose mehr aus tanzbaren Techno und massentauglichen Kommerz-Sound gefunden werden. Euro-Dance entwickelte sich größtenteils zu einer erfolgreichen aber peinlichen Lachnummer, Angewiedert sprachen viele Techno-Jünger der alten Schule nun von Kirmes-Techno. DJ´s, die Torsten Fenslau wegen seiner kommerziellen Richtung kritisierten produzierten nun auch fleissig Euro-Dance, nur leider meistens viel schlechter. Torsten Fenslau wurde in dieser Zeit verkannt. Er machte die Musik nicht um des Kommerzes Willen, sondern produzierte einfach begnadet gute, tanzbare Musik, die so überzeugend war, dass ein kommerzieller Erfolg nicht ausbleiben konnte. Als Mr. Vain aufkam, hatte die monetäre Ausrichtung des Techno längst Fahrt aufgenommen und war nicht abwendbar gewesen. Viele erfolgsversprechende, lukrative Techno-Versatzstücke hatten sich schon in den Schubladen der Musikindustrie angesammelt, Verträge waren längst unterschrieben und der Techno schon längst für die Schlachtbank vorbereitet.

Torsten Fenslau war leidenschaftlicher Techno-DJ der ersten Stunde und blieb sich und seinen Fans bis zuletzt treu. Er tüftelte unermüdlich an einem Sound, der auf geniale Art und Weise, eine elektrisierende Verbindung zur Tanzfläche schuf. Auch sein Darmstädter Freund Nosie Katzmann (später erfolgreich mit „Right In The Night“ (Jam & Spoon) und „More And More“ (Captain Hollywood Project) schuf diesen Sound mit, der zu einem überwältigenden Erfolg wurde,1993 war die Techno-Musik bereit für einen Chart-Erfolg und das in ganz Europa. Mr. Vain gefiel alten und neuen Techno-Fans gleichermaßen. Das Dorian Gray kochte in dieser Gründonnerstag-Nacht 1993 über. Der Song schlug Brücken und konnte für Wochen die neue und alte Szene beim feiern vereinen. Der endgültige Zusammenbruch der Techno-Bewegung kam erst Monate später. Viele Clubs mussten wegen der forcierten Drogenproblematik schließen. Techno blieb trotzdem - wenn auch einige Nummern kleiner und nur noch als ein Musikstil unter vielen. Außerdem werden immer wieder Oldschool Techno Partys mit früheren Techno-Klassikern gefeiert.

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Vita Torsten Fenslau
Torsten Fenslau war der Visionär des "Sound of Frankfurt" und der wohl kreativste und produktivste DJ, Produzent und Manager der Technomusik in Deutschland. Der von Torsten Fenslau produzierte Song "Mr. Vain" von Culture Beat ist der vierterfolgreichste Dancefloortitel in Deutschland aller Zeiten. Keiner schaffte als DJ solch virtuose Sets - immer die richtige Mischung aus tanzbaren, treibenden Beats und elektonischen Hammerschlägen und hatte gleichzeitig so einen kommerziellen Erfolg.

Nach dem Architekturstudium in Darmstadt ging es 1981 los mit Torsten Fenslau´s DJ-Karriere. Im der Disco Lopos Werkstatt in Darmstadt lernte er Jens Zimmermann (siehe 4/08 ein Bericht in der Groove - Zimmermann macht heute Minimal-Elektromusik und tourt ab und zu mit dem Projekt durch die Lande) kennen mit dem er später einige Werke produzierte. 1988 war er dann DJ im Dorian Gray, Frankfurt/M., DJ in der HR3 Clubnight (bis zu 500.000 Zuhörer, er war Dj der allerersten Clubnight am 5.5.90), desweiteren begnadeter Songwriter, Produzent und Re-Mixer im eigenen Tonstudio "paraDox" in Darmstadt. Dann sein eigenes Label Abfahrt, ab 1990 eine eigene Edition "Get Into Magic" mit Jens Zimmermann und Nosie Katzmann (erfolgreicher Musikproduzent Darmstadt/Potsdam, der vor kurzen ein Best Of Album herausbrachte). Seine erste Produktion 1988 wurde direkt ein Erfolg - Out of the Ordinary "The dream". Später folgten u.a "Ideas 4 Imitators", Klangwerk , "Culture Beat" und "LDC".

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere verunglückte Torsten Fenslau am 06.11.1993 tödlich bei einem Autounfall. Torsten Fenslau hat eine Lücke hinterlassen die nie wieder gefüllt werden konnte. Er war und ist unersetzlich.
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Sehr empfehlenswert ist die CD-Compilation "Torsten Fenslau The Dream –Best of T. F.". Auf you tube gibt es eine Video-Reportage über Torsten Fenslau
T.F. im Gray

Anspieltipps von Abfahrt und Torsten Fenslau Produktionen:
LDC (F/Zw/Abr) T-Raumreise Dancepool/Sony 1992
LDC (F/Zw/Abr) Die schwarze Zone Dancepool/Sony 1991
Tyrell Corp. (F/Katz/Zi) Running Metronom/Abfahrt 1990
Ideas 4 imitators (F/Zi) Der Komtur voice PeterEhrlich CBS1990
Force Legato (F/Zi/Lieb) System ZYX 1989
Out of the ordinary (F/Zi) Play it again remix(losNinosPaque)1989ZYX
Out of the ordinary The dream 1988
Klangwerk (F/Zi/Zw/Abr) Die Kybernauten Part II ZYX 1990
Klangwerk (F/Zw/Abr) Die Kybernauten ZYX 1989
Klangwerk (F/Zw/Abr) Warte bis es dunkel wird ZYX 1989
Culture Beat (F/Zi/Katz) Der Erdbeermund CBS 1989
Culture Beat (F/Zi/Katz) I like you CBS 1990
Abfahrt Alone it´s me s. Techno-Club I 1989


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Oldschool Techno Club Dorian Gray, Frankfurt/M.

Ehem. Lage: Frankfurt/M., Airport Terminal 1, Halle C, Ebene 0
Kapazität (ca.): Gr. Club 2.500 Gesamtkapazität Dorian Gray 6.000
DJ´s: waren u.a. bis 1982 Michael Münzing, 1982-1987 Uli Brenner, 1982? u. 1987-1988 Sven Väth, 1988-1993 DJ Dag, 1988-1993 Torsten Fenslau und natürlich die DJ´s Talla 2xlc (u.a. 1984-1992 und ab 1995 bis zur Schließung 2000), Mark Spoon, Alex Azary (macht z.B. mit Pascal F.E.O.S das Musikprojekt Aural Float) und Armin "Jeff" Johnert.

Das von Jürgen Laarmann gegründete Technoszene Magazin Frontpage wurde vom Mai 1989 (Erstauflage 5.000 Expl.) bis April 1992 vom im Gray beheimateten Technoclub herausgegeben. Talla 2XLC gehörte zu den Journalisten. Johnert war zeitweise Chefredakteur.

Das "Gray" - die Mutter aller Diskotheken: ausgestattet mit 75 Metern Neonröhren unter der Decke, gab 1978 das "Gray" im Terminal 1 auf Ebene Null im Rhein-Main Flughafen in Frankfurt am Main sein Debüt. Durch die Lage im Flughafen fiel der Club nicht unter der Sperstundenverordnung der Stadt Frankfurt. Die Disco orientierte sich an große Vorbilder wie dem schmuddelig-mondänen Studio 54 in New York und war ein Ergebnis der Discowelle, die Ende der Siebziger von den USA nach Europa herüberschwappte. 22 Jahre später am 31.12.00 war dann das Ende des "Gray". Unbezahlbare Brandauflagen führten zur Schließung der Geburtsstätte des Techno.

Das Dorian Gray war 1986 und 1989 bis 2000 die Homebase des Technoclubs. Hier zum schwelgen das Freitags-Programm des Technoclub (21h - Open End) im Dorian Gray vom März 1990:
Videoraum ab 21h Nonstop Electrowave + Strange Movies
Grosser Club Ab 22h Techno Total DJ Torsten Fenslau
Ab ca. 1h Aggrepo beats everything DJ Talla 2xlc
Club Bizarre Ab 22.30h Wave + Techno Classics DJ Armin
Kleiner Club Dance & Charts DJ Nouri

Ach ja...schön war es.
Oldschool Techno Videos aus dem Gray findet man übrigens auch bei
You Tube

Dorian Gray Partys in anderen Locations in Frankfurt finden auch heute noch statt siehe: Dorian Gray Partys

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DJ DAG

DJ Dag, 1960 geboren, in Mörfelden bei Frankfurt aufgewachsen.

- 1985 das erstes Engagement in der Frankfurter "Music Hall". Nach zwei Jahren weitere Gastspiele im Mirage (Saarbrücken) und Vogue (Frankfurt). Dann bekam Dag Lerner im Frühjahr 1988 den Sonntagmorgen im "Gray".
- 1989 seine erste Maxi "Hanta yo - The Joker" - eine echte Kultscheibe.
- Anfang 1993 wechselte er ins Omen. Danach folgten weitere Clubs. Dag bis heute auch als Dj tätig. Dag, legte zudem in der HR3 Clubnight auf und produzierte u.a. mit "Jam El-Mar" Erfolgshits wie "Dance 2 Trance".

DJ Dag: als DJ und Produzent einfach genial! Termine von DJ Dag und Infos zu sein Projekt "the flowmasterz" siehe Webseite von Dj Dag

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Oldskool-Techo: Auch modisch ein Lebensgefühl

Techno war in seinen Anfangsjahren ein Zeitgeist und für viele seiner Protagonisten ein Lebensgefühl.

Techno hat auf seinem Höhepunkt Anfang bis Mitte der neunziger Jahre Musik und Mode mitbestimmt. Der "Techno-Style" mit seiner bunt-verrückten Clubculture-Mode (Daniel Pool Shirts oder andere schrille Shirts, Palladium- oder bei EBMlern Doc Martens Schuhe etc.) gehörte ebendso dazu wie die "Flyer"-Kultur, die grafische Akzente setze. Eine Ansammlung von neuartigen "Energydrinks", Lichtprojektionen hat dises Lebensgefühl Techno mitgeprägt. Nicht zuletzt gab es für die Musik einen eigenen Tanzstil, der nichts mehr mit dem alten "Disco-Fox" gemein hatte.

15 Jahre später ist von diesem Aufbruch in das "Techno-Zeitalter" nicht mehr viel zu spüren. Mode ist heute viel mehr von Hip-Hop geprägt und "Retro"-T-Shirts beschäftigen sich nach wie vor mit Applikationen der US-Kultur. So erinnern die Aufdrucke an die Rolling Stones, US-Colleges und Football-Teams oder gehen zurück in die Woodstock-Kultur der Eltern, aber von Techno-Retro gibt es modisch nur noch wenige Spuren...

12.04.2008

Der Sound of Frankfurt

1990 eroberte "The Power" die Tanzflächen. Mit dieser Nummer schrieben Luca Anzilotti und Michael Münzing - die Macher von Snap! Dance-Geschichte und wurden zum Synonym für den "Sound of Frankfurt", der sich weltweit mit erfolgreichen Musikproduktionen etablierte. Michael Münzing gehörte mit Matthias Martinsohn und Sven Väth auch zu den Besitzern des Omen Clubs in Frankfurt/M. Ausserdem gehörte Münzing mit Martinsohn und Luca Anzilotti zu den Gründern des Logic Records Label. Münzing, Anzilotti arbeiteten zudem vor dem Snap! Erfolg musikalisch auch schon mit Sven Väth (Off) zusammen. Heute residieren Münzing und Anzilotti ganz nah an Väth´s Cocoon Club in Frankfurt/M.

Ein weiterer prominenter Vertreter des Sound of Frankfurt war die von Torsten Fenslau produzierte Formation "Culture Beat" - die auch international äußerst erfolgreich war.
1994-2004 gab es ein elektonisches Musikfestival in der Frankfurter Innenstadt, das sich auch "Sound of Frankfurt" nannte.

Easy, Diez

Ehem. Lage: Diez, Rheinland-Pfalz
Kapazität: 5.000 Raver (Tanzfläche/Barbereich/Bistro)
DJ´s: u.a. Andy Düx, R-Damski

Eine perfekte Ergänzung im Rhein-Main-Gebiet zum "Omen" und "Gray". Das "Easy", Diez war die perfekte Symbiose aus grandioser Clubarchitektur und einzigartigen Sound. Die Musik erzeugte einen Spannungsbogen von Rave zu Body Music - von Eco bis Ramirez - für Techno-Liebhaber jeden Geschmacks wurde der Dancefloor beschallt. Top-DJ´s wie Andy Düx (Besitzer des Recordstore/Label Overdrive in MZ) und R-Damski (jetzt u.a. mit Hiphop-Projekt in Berlin) taten ihr übriges, um das Easy zu einem der angesagtesten Techno-Läden werden zu lassen. Schade das es diesen Club nicht mehr gibt. Trotzdem ist bis heute ist die Begeisterung der "Easyaner" ungebrochen: Bei der Revival Party am 03. November 2007 trafen sich über 1000 Altraver zum Oldschooltechno abtanzen. 2008 gab es den 2. Teil. Eine weitere Party folgte am 7. März 2009!

Infos zu den Revival-Party´s im Glam-Club in Westerburg/Westerwald auf deren Website: Easy Revival

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Oldskool-Techno Act: Klangwerk

Peter Zweier, Alexander Abraham und Torsten Fenslau schrieben mit Klangwerk (Warte bis es dunkel wird, Die Kybernauten) Techno-Geschichte: eine vorausschauende digitale Zukunftsvision zum abheben.

Später wechselte das Label von Fenslau "Abfahrt" von ZYX zu SONY. Nun produzierte das Erfolgsteam nicht mehr als Klangwerk, sondern formierte als LDC (Die schwarze Zone, T-Raumreise). Peter Zweier (Klang), Alexander Abraham (Vocals "Achtung! Hier spricht Alexander Abraham von Klangwerk..."), Torsten Fenslau (Produktion) - eine absolute Kult-Formation!

Was machen die Macher von Klangwerk heute?
Alexander Abraham (voice von Klangwerk, LDC) vermarktet mit seiner Hamburger aplus entertainment viele Musiker (Auszeichnung mit dem ECHO 2000 für die Vermarktung und Promotion der Band ECHT) und ließ noch vor einiger Zeit mit seinen Projekt "Der Verfall" (mit Alex Butcher, ex-Lightjockey vom Gray) aufhorchen.

Peter Zweier (Klangwerk, Culture Beat) machte zuletzt musikalisch mit Oliver Lieb für den Film "Alone in the dark" von sich reden.

Infacted Recordings hat die Klangwerk-Klassiker wieder veröffentlicht. Hier weitere Infos zu Klangwerk sowie Lyrics u.a. zu LDC und Klangwerk.

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Talla 2XLC

Der Antreiber, Produzent und Erfinder des Techno.
- 1982 bei seiner Arbeit in einem Frankfurter Plattenladen im Hauptbahnhof sortiert er in einem Fach elektronische Musik-Scheiben ein und benennt diese erstmals in eine eigene Kategorie „Techno“.
- 1984 macht er seine erste eigene Produktion - Axodry. Kurz danach Generator 7/8.
- Dezember 1984 Gründung des Techno-Club im No Name (Steinweg) in der Frankfurter Innenstadt (heute befindet sich dort der Keller des Herrenausstatters Mey & Endlich)
- 1987 ruft er mit ZYX das Techno-Label "Technodrome International" ins Leben
- Er ist er einer der Macher des Techno-Clubs im Dorian Gray, Frankfurt/M. mit innovativer Strahlkraft auf die gesamte Technobewegung bei der u.a. der erste Techno-Flyer und die erste After Hour entspringt. Die Blütezeit des Techno-Club im Gray beginnt 1989 und endet mit der Schließung des Grays 2000.
- 1989 geht er mit eigener Firma am Start: MUZIC RESEARCH mit den Labels "New Zone" und "Zoth Ommog". 1990 kam dann das Label "Suck me plasma" hinzu. Mit dem musikalisch begabten Optikerfachmann Jallokin (der auch bei Fahrenheit "Umo Detic" am Start war) produziert er "BIGOD 20" und schafft mit "The Bog" einen zeitlosen Technoklassiker.

Talla 2XLC ist bis heute einer der Protagonisten des Frankfurt Techno: ebend der "Techno-Pabst"! Andreas Tomalla alias Talla 2XLC ist nach wie vor mit Technoclub-Partys mit ordentlicher Mucke am Start. Viele Infos dazu gibt es auf dieser Website: Technoclub
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Was wurde im Techno-Club früher gespielt - einige Klassiker:
THX Holy City Zoo 1991 (SPV)
Bigod 20 (Jallokin/Talla) The Bog 1991 (ZOT 12)
Konzept (Schein/Wick) Human Transmission 1990 (NEZ 14)
Konzept (Schein/Wick) Hypnautic Beats 1990 (NEZ 11)
3times6 (Ramin/Nouri) You can run 1990 (NEZ 10)
Blind Vision (Froese/Schein) Don´t look at me 1990 (NEZ 13)
Umo Detic (Jallokin/Cube) Fahrenheit 1989 (NEZ 01)
Umo Detic (Jallokin/St.Wagner) Carpe Diem 1990 (NEZ 12)
Eco (Daniel-Frank/Schein) Hass und Liebe 1990 (Teldec Muzic R.)
Scope (Wick/Fischer) Die Zukunft 1990 (Suck me plasma)

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Retroperspektive: Frankfurt/Main 1991

Als kalte, herzlose Banker- und Rotlicht-Stadt verschrieben war Frankfurt am Main Anfang der neunziger Jahre noch eine der unbeliebtesten Städte Deutschlands. Anziehungspunkte gab es für Außenstehende wenige. Der Main war zu dieser Zeit noch nicht als "Freizeit-Ufer" entdeckt und die Fest und Event-Kultur noch ein zartes Pflänzchen. Coole Bars und Restaurants gab es wenige. Ein guter Anlaufpunkt war z.B. das Helium, das es bis heute gibt. Zumindestens gab es gute Plattenläden - der für damalige Verhältnisse riesige WOM auf der Zeil, Boy Records in Wiesbadener Citypassage und Boy Records in der Frankfurter Klingerstraße sowie der 1991 eröffnete Delirium Record Store in der Töngesgasse.

Dass diese Stadt zu einer der Hauptstädte der "Techno-Kultur" wurde hat dieser Stadt mehr als gut getan. Der "Rave-Tourismus" in die Mainmetropole mit den Top-Clubs Omen und Dorian Gray kann im Rückblick als einer der Auslöser für das Comeback von Frankfurt am Main angesehen werden.

Omen, Frankfurt/M.

1988 - 19.10.98
Ehem. Lage: Frankfurt/M., Junghofstrasse
Kapazität: 3000 (oder waren es gestapelte 5000 Raver;-)
DJ´s: u.a. Sven Väth, Frank Lorber, DJ Dag und Pascal F.E.O.S.

Ende 1988 wird aus dem Vogue das Omen. Besitzer Sven Väth, Michael Münzing und Matthias Martinsohn. Dann ging es ab wie Scholle - der Omen Club (das Gebäude war ursprünglich mal ein Parkhaus) mit DJ-Größen wie DJ Dag (ab 1993) und vielen anderen DJ´s wie Frank Lorber (ab 1992) und Pascal F.E.O.S. an der Seite von Sven Väth machten den Club zur Legende.

Auch Jahre nach der Schließung des Omens bleibt die Fangemeinde treu: unter Toxic Family gibt es Infos und es gibt ein Omen Forum und es wird weiterhin Omenmäßig zu Techno/Trance Classics Partys von der "Omen-Posse" abgefeiert. Infos: Frankfurt Technoclassics.

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Techno Avantgarde Label BOY Records, ZYX, Technodrome

Boy Records aus Bad Kreuznach: Michael Zosel schaffte mit dem im Juni 1988 gegründeten Label einen ganz eigenen Stil in der Gattung Techno, der bis heute unverwechselbar ist. Vocals aus Filmen und berühmten Reden etc. gemischt mit elektonischen Amboss-Aggrepobeats. Die wichtigsten Acts waren u.a. Time Modem, O, New Scene - mit teilweise beachtlichen Verkaufszahlen. Top-Produzent war Arno Müller (später auch in der Popakademie aktiv) der u.a. mit New Scene und Hypnopedia und Joachim & Ulrich Wilhelm (Time Modem) am Start war. Die avangardistischen Töne aus Bad Kreuznach drangen bis in die von guten Technobässen verwöhnten Benelux-Länder vor. Vertrieben wurden die Kultlabel von ZYX, der auch Technodrome International vertrieb.
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Anspieltipps BOY Records:
Time Modem (Wilhelm/Schein) Mantel der Nacht 1991
Time Modem (Wilhelm/A.Müller) The time of the gathering 90
Time Modem (Wilhelm/A.Müller) Welcome to the 90´s 1990
Hypnopedia (A.Müller/Dürk) Hypnopedia 1989
New Scene (A.Müller/Dürk) Out of Control (=Mix div Techtitl) 1989
New Scene (A.Müller/Dürk) Out of Control II (War in Vietnam) 1990
„O“ (M.Damm) Das Spiel 1990
Deep Thought Kennedy 1990

Anspieltipps ZYX & Technodrome:
Techno-Club The ultimate techno mix part I 1989 ZYX
Techno-Club The ultimate techno mix part II 1990 ZYX
Recall IV (Fischer/Janzik) Contrast Part II Remix 1990 ZYX Technodrome Int
Recall IV (Fischer/Janzik) Contrast 1990 ZYX LP Technodr. Int
Enemies of Charlotta FOC II (Volker Then) Der Feind 1990 ZYX LP
TrustIn6 (Fischer/Janzik) Life in ecstasy 1991ZYX Technodr.Int LP
Tribantura Lack of Sense Technodrome Int. 1988
Indicate The latest idea Technodrome Int. 1989
Off Be my dream 1988

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11.04.2008

Klassiker Techno Vinyl Anspieltipps 1989-1993

Kult-Scheiben aus dem Rhein-Main-Gebiet Frankfurt Germany (Techno, Agreppo, Dancefloor):
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1. Umo Detic Fahrenheit 1989 (NEZ 01)
2. Ideas 4 imitators Der Komtur 1990
3. Konzept Hypnautic Beats 1990 (NEZ 11)
4. Snap! The power 1989
5. Culture Beat Mr. Vain 1993
6. Bigod 20 The Bog 1990
7. Klangwerk Die Kybernauten 1989
8. Dance 2 Trance Power of american natives 1992
9. Eco Hass & Liebe 1990
10. Sven Väth An accident in paradise 1993
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Weitere coole OldschoolTechno Tracks aus Rhein-Main:

Konzept Human Transmission 1990 NEZ14
3times6 You can run 1990 NEZ10
Blind Vision Don´t look at me 1990 NEZ13
Umo Detic Carpe Diem 1990 NEZ 12
Scope Die Zukunft 1990
Techno-Club Part I The ultimate techno mix 1989
Techno-Club Part II The ultimate techno mix 1990
Enemies of Charlotta FOC II Der Feind 1990
Recall IV Contrast Part I 1990
Recall IV Contrast Part II Remix 1990
Time Modem Mantel der Nacht 1991
Time Modem The time of the gathering 1990
Time Modem Welcome to the 90´s 1990
„O“ Das Spiel 1990
Hypnopedia Hypnopedia 1989
New Scene Out of Control 1989
New Scene Out of Control II (War in Vietnam)1990
LDC T-Raumreise 1992
LDC Die schwarze Zone 1991
Tyrell Corp. Running 1990
Force Legato System 1989
Abfahrt Alone it´s me 1989
Out of the ordinary Play it again remix (los ninos paque)1989
Klangwerk Die Kybernauten Part II 1990
Klangwerk Warte bis es dunkel wird 1989
Culture Beat Der Erdbeermund 1989
Culture Beat I like you 1990
Voyages sur vinyl Voyage a travers... 1992
Off La Casa Latina ´90 1990
Mysterious Art Omen – the story 1989
Armageddon Dildos East West 1990
THX Holy City Zoo 1991
Trust In 6 Life in Ecstasy 1990
Tribantura Lack of Sense 1988
Indicate The latest idea 1989
Off Be my dream 1988
Deep Thought Kennedy 1990
Abfahrt Alone it´s me 1989
Out of the ordinary The dream 1988
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Compilations/LP´s oldschool-techno

CD Welcome to technology BoyRec Comp (1989-1992) *
CD Time Modem The Experience (Suono Elettrico) (1990-2006) *
CD LDC Plasma (1991-1992) *
2CD Torsten Fenslau The Dream –Best of T. F. (1988-1993) *
CD Snap World Power (1990) *
CD Snap The Madman`s Return (1992) *

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Ein dem Frankfurter Techno inspirierender New Beat Benelux Track aus dieser Zeit "Liaison D.": Heart Beat

und noch ein Hammer-Teil, diesmal vom EBM-Act "And One": Technoman

Eine ausführliche Liste zu Old school Techno Songs gibt es hier
TOP 500 Oldschool Techno

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Technobody-Music: Konzept

Feinste Musik aus dem Techno Club in Frankfurt. Konzept alias Giora Schein und Holger Wick (Holger "Hoschi" Wick der jetzt mit seinem Unternehmen in Berlin unterwegs ist und das slices electronic magazin (t-mobile)produziert.), die sich im Techno Club des Dorian Gray kennenlernten, sorgten für den feinen Unterschied, der Techno aus Rhein-Main zur Institution werden ließ. Konzept - erschienen auf "New Zone/AMV" sorgten 1990 mit den Titeln "Hypnautic Beats", "Human Transmission", "Condem me" und "Last night" für extasische Tanzabende zwischen Ravern und der Doc Martens Fraktion. Abgefeiert wurde hammerhart-ambossmäßig auch exklusiv auf Konzept & Technosystem Partys im Aox in Taunustein.

Giora Schein, der mehr für den melodischen Teil verantwortlich war, produzierte noch weitere geile Stücke wie Blind Vision "Don´t look at me" (mit Andreas Froese) und war noch bei Umo Detic mit am Start (Carpe Diem) sowie teilweise bei Time Modem (Mantel der Nacht) und Eco (Geld). Später produzierte der in der Frankfurter Gastronomie tätige Schein dann Euro-Dance-Charterfolge wie Captain Hollywood Project "More and more" zusammen mit Nosie Katzmann (kennt man u.a. aus Culture Beat Erfolgen).

Holger Wick produzierte mit Andre Fischer u.a. noch Scope "Die Zukunft". Andre Fischer wiederum war erfolgreicher Co-Produzent von Recall IV "Contrast" und Trust in 6 "Life in Extasy".

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Mark Spoon

Jam El mar & Marc Spoon sorgten mit der wabernden Soundmagie "Stella" 1992 für eine amtliche Tanzhypnose sondergleichen. Mark Spoon alias Markus Löffel (ja die Geschichte mit dem Koch), machte einst aus Moses P. eine Rapinstitution, machte 1991 das Offenbacher Label Logic Records flott, war mit Alex Azary Mitbetreiber des Clubs XS in Frankfurt/M., legte im Dorian Gray und für die Clubnight auf und war Mitinitiator des Love Trains der Frankfurt Posse auf der Love Parade.

Außerdem komponierte er Musik für den genialen Kinofilm "Die Musterknaben". Mark Spoon - ein genialer DJ und echter Typ - starb leider viel zu früh mit 39 Jahren am 09.01.2006. Hier eine in Memory-Website zu Mark Spoon

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Extra, Koblenz


Ehem. Lage: Koblenz, Rheinland-Pfalz, Gewerbegebiet an der B9
Kapazität: Extra-Dry ca. 8.000.
Extra nach Umbau mit Planquadrat ca. 13.000 Raver
DJ´s: u.a. Manuel Lopez (Chico), Jürgen Mutschall, Jörg Kempnich (Fräggel)

Koblenz am Rhein, wurde Anfang der neunziger Jahre auch gerne als "Rimini von Deutschland" betitelt. Zwar gab es zu dieser Zeit für die Einwohnerzahl proportional viele Kneipen, Bars und Discos, aber den Titel "Rimini von Deutschland" errang Koblenz in dieser Zeit aus einem ganz anderen Grund: Draussen, auf der grünen Wiese des Gewerbegebiets, stand ein Gigant des Nachtlebens: das Extra, (früher Extra Dry mit der 1986 eröffneten Tanzfläche Dry) - die zu diesem Zeitpunkt wohl, nach dem BCM auf Malle, zweitgrößte Diskothek Europas. Der nächtliche Durchlauf in diesem gigantischen Schuhkarton des Nachtlebens war unglaublich: am Siedepunkt des Technoraves 1993 schwappten Samstag für Samstag bis zu 13.000 Tanzwütige aus dem gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz ins Extra in Koblenz.

Donnerstags bis Sonntags brummte der Laden. Die knapp 100 Angestellten verteilten sich auf 5 Tanzflächen (Stradivari, Swing, Planquadrat mit Cabriodach,Confetti, Dry). Hinzu kamen noch ein Großraumkino, Restaurants, ein Aussenbereich und eine eigene Currywurstbude. Vor dem Parkplatz mit Supermarktgröße bildeten sich Abend für Abend, schier unendlichen Autoschlangen, die für Mitternachtstaus auf der B9 sorgten. Die DJ´s Manuel Lopez (Chico), Jürgen Mutschall (der späte fleissig als "Dumonde" Musik produzierte) und "Mr. Techno'" Jörg Kempnich (Fräggel) sorgten für die Beschallung. Da Koblenz am letzten Zipfel des Einzugsgebietes der HR3 Clubnight lag, wurde selbstverständlich auf dem Techno-Floor auch die gesamte Bandbreite des Rhein-Main-Technos gespielt.

Die besten Abende erlebte das Extra an Sonntagen, bei denen sogar Besucher aus den 100km entfernten Köln und Wiesbaden regelmäßig ins Extra einfielen und nach Sendeschluss um 3h morgens auf dem Parkplatz in den Montag hineinfeierten...

Im Mai 1995 kam dann erstmal das jähe Ende des Extras - Schließung wg. Drogenproblemen - danach machte es wieder auf und wieder zu, wechselte den Namen und entschlief... immerhin gibt es jedes Jahr in Koblenz noch eine "Electrocity-Festival" - eine Remiszenz an vergangene Techno-Roots am Mittelrhein. Bei "wer-kennt-wen.de" gibt es eine eigene Gruppe zur Extra-Community mit vielen Infos und Berichten.

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04.04.2008

Music Hall, Frankfurt/M.

ehem. Lage: Voltastr., Frankfurt/M.
Kapazität: ca. 4.500 Raver
DJ´s: u.a. DJ Taucher

Einer der guten technoorientierten Clubs in Frankfurt/M., der leider der Abrissbirne zum Opfer fiel. Hier alte Fotos von der Hall.

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14.03.2008

Techno: Selbstbild, Fremdbild, Selbstverständnis

Warum ist die Techno-Bewegung und mit ihr der Sound der ersten Stunde in der heutigen Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten und warum wird Techno in der heutigen Zeit auf "Künstler" wie DJ Bobo und Scooter reduziert? Durchforstet man beispielsweise das Web nach Zeugnissen des Oldschool-Techno so ist das Ergebnis, insbesondere in Deutschland, mehr als ernüchternd - und das obwohl Techno, die wohl letzte große Musik-Jugendbewegung, mit deutschen Wurzeln, der letzten 15 Jahre war und in den besten Jahren einige hundertausend Jugendliche alleine in Deutschland sich auf die Lieblingsmusik und die Lebenseinstellung „Techno“ einigen konnten. Aktuell haben immerhin etwa 12 % der Bundesbürger einen Musikgeschmack, der in Richtung elektronische Musik/Dancefloor geht.

Sicher, es gab zu Spitzenzeiten des Ravertums unglaublich viele Mitläufer, die zu Metal, Rock und Hip-Hop genauso schnell wieder zurückkehrten wie sie zum Techno gekommen waren. Aber die Hauptgründe liegen sicherlich woanders: ein obszönes kommerziellen Ausschlachten des Spirits, Vermischung von Drogen und Musik und nicht zuletzt eine bis in die heutige Zeit reichende Ablehnung der Medien. Während in den Anfängen des Techno für die meisten Anhänger die Musik wichtiger war als Drogen und kommerzielle Auswüchse sich in Grenzen hielten, fielen die Medien noch eher durch Nicht-Beachtung als durch negative Kommentierungen der Szene auf. Erst nach 1993, als Techno zum kommerziellen Massenphänomen wurde und mit den negativen Attributen Drogen, Kirmestechno und Kommerz in Verbindung gebracht wurde, weideten die im Rock-Zeitalter stehen gebliebenen Medien das Thema fast schon genüsslich aus. Viele Raver aus der 1. und 2. Generation wendeten sich in dieser Umbruchphase 1993 beleidigt von der Techno-Bewegung ab. Um Partys zu veranstalten musste man kein Teil der Szene mehr sein oder den Spirit der Musik mögen - Techno als massenkompatibler Rave konnte nun von kommerziellen Veranstaltungsagenturen mühelos organisiert werden und die Eintrittspreise explodierten.

Wer die Anfänge des Techno 1989-1993 erlebt hat kann nur traurig, ohnmächtig und kopfschüttelnd den anschließenden Niedergang der Musikbewegung zur Kenntnis nehmen. Sicherlich der Hype musste irgendwann mal enden, auch alle anderen Jugendbewegungen wie Rockn-Roll und die 68iger waren "endlich", aber während die anderen verblichenen Jugendbewegungen mit unendlichen Hommagen in guter Erinnerung gehalten werden, wird der Technospirit fast schon totgeschwiegen. Schade, denn man kann dem Techno einiges vorwerfen, zumal wenn man nicht auf elektronische Musik steht, aber und da bin ich mir ziemlich sicher: Techno war für viele eine der grossartigsten Zeiten ihres Lebens (wobei ich anmerken möchte dass es natürlich nicht nur in den Anfangsjahren 1989-1993 geile Techno-Tracks und Partys gab).

Wer die Technozeit der Anfangsjahre Revue passieren lässt, der erinnert sich an einen perfekten Aggregatzustand von Geist und Körper, der Woche für Woche mit neuen, geilen und kreativen Sounds beschallt wurde. Viele Medien störten sich zu dieser Zeit daran, dass diese neu aufgekommende Jugendbewegung, anders wie die 68igern, unpolitisch sei. Stimmt. Na und? Ja die Techno-Bewegung war in der Mehrzahl unpolitisch, aber sie war auch tolerant und friedlich. Es gab Partys, bei denen tausende Jugendliche auf engsten, stickigsten Raum zusammen getanzt haben ohne dass es auch nur eine Schlägerei o.ä. gab. Der Dresscode war nicht nur verrückt, sondern auch unglaublich tolerant und Frauen konnten im sexiest Outfit abtanzen ohne auch nur einmal von Goldkettchen-Checkern begrapscht zu werden. Nassgeschwitzt nur für Dich: God is a DJ

25.02.2008

Die besten Techno-DJ´s 1989-1993 Rhein-Main

Torsten Fenslau (+)
Sven Väth
DJ Dag
Mark Spoon (+)
DJ Talla 2xlc
Andy Düx
R-Damski
Pascal F.E.O.S.
Tillmann Uhrmacher
DJ Fräggel
Frank Lorber
DJ Taucher

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Die besten Techno-Clubs 1989-1993 Rhein-Main

Dorian Gray, Frankfurt/M.
Omen, Frankfurt/M.
Easy, Diez
Extra, Koblenz
Music Hall, Frankfurt/M.
MS Connexion, Mannheim
Palazzo, Bingen
Aoxomoxoa, Taunusstein
XS, Frankfurt
Hippodrome, Neuwied
Paramount Park, Rödermark
K.D., Worms
Airport, Würzburg
Stammheim, Kassel
MTW, OF
Lopos Werkstatt, Darmstadt
Scala, Sinsheim
House Club, Heidelberg
Aladdins, Goldbach (Aschaffenburg)

Unvergessene weitere Locations in Frankfurt/M. waren in dieser Zeit z.B. das temporäre Palais Osthafen und die Schmidt Hallen.

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24.02.2008

Die besten Labels Rhein-Main

Wer wissen will wie hoch der Einfluss und der kreative Output des Rhein-Main Techno´s um 1990 herum war, muss nur einen Blick auf die Labeldichte aus Rhein-Main und Umgebung werfen. Da wären u.a. (Angaben ohne Gewähr Vertriebe/Labels wechselten des öfteren):
ZYX, Merenberg. ZYX vertrieb auch "Techno Drome International", Boy Records, Bad Kreuznach
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Hype, Kronberg und Technoline
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Discomania, Rosbach/Ts.: Mitte 1989 zieht die ursprünglich aus Hannover stammende Discomania Vertrieb von Hilden nach Rosbach/Taunus. Im August 1991 übernahme der Bad Homburger AMV-Label "Suck me plasma", "New Zone" und "Zoth Ommog" Muzic Research von Alex Azary. Aus dessen Crew bleibt der jetzige Bad Homburger Weinhändler und Frontpage/Gray-Veteran Armin "Jeff" Johnert im Vertrieb von Discomania. Discomania hatte zudem den exklusiven Vertrieb von Force Inc. (1991 von dem damals im legendären BOY arbeitenden Achim Szepanski in Frankfurt/M. gegründet) sowie den Vertrieb für Overdrive (Wiesbaden) und PCP.
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Harthouse/Eye-Q-Rec., FFM/OF (1992 gegründet u.a. von Sven Väth)
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Abfahrt Darmstadt
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PM Records, Hanau
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Parade Amoureuse, Cyclotron, Blackout Frankfurt/M. (Labels von Laiki Kostis, der Anfang der neunziger Jahre auch Chef von Boy Records in Frankfurt war)
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Logic Records, Offenbach

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19.02.2008

Techno Musik: Warum Frankfurt am Main?

Eine sicherlich berechtigte Frage. Warum startete das Phänomen Techno ausgerechnet, neben zwei drei anderen deutschen Zentren, in Frankfurt am Main? Die Antwort ist in meinen Augen relativ einfach zu beantworten: Frankfurt/M. war und ist, durch den Flughafen, die kosmopolitische Stadt in Deutschland. Bedingt durch den internationalen Airport, ist man im Rhein-Main Gebiet besonders reisefreudig, hat gute internationale Kontakte und bekommt natürlich auch Besuch aus aller Welt. Globale Trends schlagen demnach sehr oft zuerst in Frankfurt/M. auf und verbreiten sich dann ins übrige Bundesgebiet bzw. in ganz Europa. Zudem entpuppten sich viele im Rhein-Main-Gebiet stationierte GI´s als musikalische Talente - und bereichterten viele Dancefloor-Projekte in Frankfurt/M.

Die amerikanische Discowelle schwappte in den 70iger-Jahren auch nach Europa und 1978 eröffnete das Dorian Gray - die internatioal vorzeigbare Flughafendisco in Frankfurt am Main. Pate stand das legendäre Studio 54 in New York. Ende 1989 wurde das "Gray" zur Homebase des Techno-Club und zur Keimzelle von neuen Trends in der elektronischen Musik. Zu dieser Zeit, gab es bereits dem Gray-Technosound begleitend die "Frontpage", die erste Techno-Postille in Deutschland (Erstausgabe Mai 1989 von Jürgen Laarmann an den Start angebracht). Insbesondere Talla 2XLC experimentierte schon lange mit EBM und Techno-Beats - der Techno Club war geboren (der Techno Club wurde bereits 1984 von Talla gelabelt).

Mitte der achtziger Jahre startete der erste private Radiosender in Ludwigshafen - RPR. Nachdem mit Hit Radio FFH ein neuer Sender in Hessen startete, antwortete der Hessische Rundfunk mit einer bis dahin einmaligen und innovativen Radiosendung: am 05.05.1990 war die HR3 Clubnight geboren (am 06.06.1990 zog dann noch RPR mit RPR Maximal nach). Nun war der Nährboden für Techno-Musik in Rhein-Main geschaffen. Es gab noch keine Mikrotrends und kein Internet-Radio. Wer Techno-Musik hören wollte schaltete Samstags die HR3 Clubnight an und mixte sich sein eigenes Tape. Die auflegenden DJ´s wurden schnell popuär (u.a. Sven Väth und der leider viel zu früh gestorbende Torsten Fenslau). Neben der Frontpage etablierte sich mit der Groove ein zweites Dancefloor-Magazin.

Die Techno-Musik spielte nun nicht nur das Dorian Gray, sondern alle Top-Clubs in der Umgebung (Omen, Music-Hall, Airport, Easy, MS Connexion, Stammheim, Extra-Dry etc.). Gleichzeitig gab es immer mehr erfolgreiche DJ´s aus dem Rhein-Main-Gebiet (Dag, Andy Düx, Pascal Feos, R-Damski,Taucher, Marc Spoon, Heinz Felber Uli Brenner etc.), kreative Labels (ZYX, Logic, AMV/Discomania, Boy Records, Muzic Research, Force inc., Abfahrt, Overdrive, Harthouse etc.), entsprechende Plattenläden (Boy Records Wiesbaden, Frankfurt) und erfolgreiche Act´s (Snap, Culture Beat, Off etc. der "Sound of Frankfurt"). Der "Sound of Frankfurt" entstand schließlich, indem die DJ´s der HR3 Clubnight den Sound aussuchten und die Clubs in der Region diesen Sound adaptierten. Wer nicht in der Clubnight gespielt wurde den gab es nicht. Wer in der Clubnight auftauchte, konnte sich sicher sein, dass dieses Vinyl in Rhein-Main nachgefragt wurde. Eine "Vor-Auswahl" des Vinyls wie im Hard Wax, Berlin gab es nicht, bzw. der Filter war hier nicht der Plattenladen, sondern die HR Clubnight.

Sicherlich es gab auch in Deutschland andere Techno-Zentren mit den DJ-Produzenten Caba Kroll (Bass Bumpers)der im 1986 eröffneten, bahnbrechenden Laserpalast Tarm Center in Bochum/Rombacher Hütte auflegte, Jens Lissat (Interactive) mit der Königsburg (gegr. 17.12.87 siehe "History" auf der Königsburg-Webseite) in Krefeld, die Szene in Düsseldorf mit dem Ratinger Hof und dem temporären "Macht der Nacht Zelt" von DJ Westbam, Uwe Hacker (Select Midi) mit dem Perkins Park in Stuttgart (dem Schwesterclub vom Gray), Boris Dlugosch mit dem Front in Hamburg, Mate Galic mit dem Warehouse/Space Club in Köln, DJ Lupo mit dem P1 in München und die Crew um Westbam (Low Spirit) und dem rührigen, 1989 eröffneten, Hardwax-Laden in Berlin. Aber keine Stadt wie Frankfurt/M. hatte zu dieser Zeit einen solchen kreativen Output und war so gut vernetzt wie die Macher im Rhein-Main Gebiet. Michael Münzing war z.B. nicht nur Produzent von SNAP, Mitinhaber vom Logic Label (u.a. Off), sondern auch Mitbesitzer des Technotempel Omen. Die Verwertungskette von Produktion, Vertrieb und Vermarktung war perfekt! Frankfurt/M. war somit 1989 bis 1993 eine der wichtigsten Geburtsstätten des Techno!

Noch eine kleine Betrachtung zum Wettstreit der "Techno-Hauptstadt Berlin vs. FFM":
Anfang der neunziger Jahre tobte ein Wettbewerb zwischen Berlin und Frankfurt/M. um den Titel der "Techno-Hauptstadt" in Deutschland. Wer sich die Szene vor Ort anschaute, dem wurde schnell klar dass hier Äpfel mit Birnen verglichen wurden. Während in Berlin, bevorzugt durch unendlich viele coole Kellerlocations alles eine Spur "undergroundiger" und der Musikstil hart, schnell und laut war, wurde in Frankfurt mehr Wert gelegt auf dancefloor und partyorientierten, tanzbaren Techno und Agreppo. In Frankfurt beschränkte sich die Auswahl auf wenige Top-Clubs (Gray, Omen, XS...). Trotzdem konnte man Berlin und Frankfurt zu gleichen Maßen als "Techno-Mekkka" bezeichnen. Aus ganz Deutschland und teilweise dem angrenzenden Europa pilgerten die Technojünger an die Wirkungsstätten von Westbam, Väth & Co. - doch die Freiräume waren in Berlin ungleich größer und so konnte eine Love Parade nur in Berlin eine solch gigantisches Ausmaß erreichen.

Nach dem Techno-Boom war die kurze aber intensive Blüte musikalische Hauptstadt von Deutschland zu sein in Frankfurt/M. vorbei. Berlin blieb auch nach dem Techno-Boom die kreative Hauptstadt von Deutschland und viele Protagonisten der Franfurter Dancefloorszene verlegten nach und nach ihren Wohnsitz und Arbeitsschwerpunkt an die Spree.
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28.01.2008

Radio Clubnight und Maximal

Als am 15. November 1989 mit Hit Radio FFH das erste Privatradio in Hessen startete wurde der Innovationsdruck für das öffentlich-rechtliche Radio groß. Der HR reagierte u.a. mit der neuartigen Radiosendung HR 3 Clubnight.

Es gab insgesamt zwei Radiosender, die stilbildendender Multiplikator für den Sound of Frankfurt waren: die HR3 Clubnight, die vom 05.05.90 bis 31.12.00 jeweils von 21-24h lief (danach gab es die Clubnight auf hrxxl ab 01.01.01) und RPR Maximal - diese Radiosendung lief vom 02.06.1990-25.01.2001 (danach auf Sunshine live) - mit Moderator Tillmann Uhrmacher (ex- Mysterious Art Bandmitglied) - der die neuesten Maxis des Dancefloor spielte. Gestartet wurde 1990 mit einer Samstagssendung von 18.00 bis 21.00 Uhr aus dem "gläsernen" RPR 1-Studio im "Mannheimer Stadtgarten".
(Ab 1995 jeden Freitag von 21.00 bis 0.00 Uhr, ab 1996 bis 2.00 Uhr)

Die erste HR3 Clubnight bestritt am 05.05.1990 (Samstags 21-0h) Torsten Fenslau. Weitere DJ´s, die dort regelmäßig auflegten waren u.a.: Sven Väth, Lady D., Heinz Felber und Chilly T.

Die Tracks der Club-Radiosendungen landeten dann auf gute alte Musikkassetten-Mixtapes. Alte Playlisten der legendären HR3-Clubnight gibt es auf
Clubnight

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20.01.2008

Sven Väth

Sven Väth - ich glaube darüber braucht man nicht mehr viel zu schreiben. Wer Sven Väth jemals Live als DJ am Set gesehen hat, der weiß, was Party ist. Zu den Anfängen: Michael Münzing und Luca Anzilotti (die auch SNAP! - "The power" produzierten) waren Mitbegründer des "Master Studio" und produzieren mit Sven Väth "Where are you" unter dem Projektnamen "16 Bit". Das zweite Werk "Electrica Salsa" geht 3 Millionen mal über die Ladentheke! Wer Sven Väth im EBM-Style hören möchte, dem empfehle ich den tollen Klassiker "Off - Be my dream".

Väth hatte zeitweise im Gray aufgelegt und zählte zu den Besitzern des legendären Techno-Tempels Omen und war Protagonist des Labels Eye Q. Außerdem zählte er zu den unvergesslichen DJ´s der legendären HR3 Clubnight und bereicherte alle bedeutenden Raves und Clubs rund um den Weltball. Heute betreibt Väth den Top-Club Cocoon in Frankfurt/M.

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18.01.2008

Revival Oldschool Frankfurt Techno Blog

Liebe Freunde des Classic Techno,

oder besser gesagt, Liebhaber und Kenner des einzigartigen Frankfurt-Technos der "alten Schule". Frankfurt-Techno? Ja, Frankfurt am Main war eine der Geburtsstätten des Techno´s und es gab einen ganz besonderen Spirit in den Anfängen der Techno-Musik, der vom "Sound of Frankfurt" bis zum "Frankfurt Techno" reichte und der weltweit geschätzt wurde. Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Phänomen des Oldschool-Techno, der besonders in der Zeit von 1989-1993 von Frankfurt/M. aus in die gesamte Region und darüber hinaus ausgstrahlte - vom Mittelrhein bis Baden, vom Saarland bis nach Sachsen und Thüringen, hatte man in dieser Zeit den Frankfurt Techno, dem vom Newbeat inspirierten Frankfurter Techno-Avantgarde und EMB-Agreppo gelebt. HR Clubnight, Techno-Club und alles was dazu gehört - eine geile Zeit - unvergesslich und jetzt auch als Blog. Das ganze unkommerziell und aus reinem Privatinteresse - der größte Tribute Techno Frankfurt Blog.

Herzliche Tekkno Classic Grüße (und Ravergrüße an Markus in Berlin)
DJ 8993 Forza SGE!

Ein Projekt des German Techno Archivs
Alle Angaben im Blog ohne Gewähr. Für Anregungen, Wünsche Änderungen ist der Autor zu erreichen unter: thomasinberlin(at)gmx.de

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Walkman via Klinkenstecker an Soundkarte anschließen - anschließend mit Tool aufnehmen. Näheres unter: Perfekt aufnehmen Siehe auch Vinyl im digitalem Glanz - n-tv Bilderserie.

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